Von Toreros und Tapas – wie auch ich mich im Irrgarten der Sprache verirrt habe


Eine Anekdote über meine persönlichen Erfahrungen in Madrid – ein erlebnisreicher Sommer voller unvergesslicher Erinnerungen, kulturellen Bereicherungen und sprachlichen Genusshäppchen

Die Reise ins Unbekannte

Deutsche Sprache, schwere Sprache!
Deutsche Sprache, schwere Sprache!

3. Juni 2010 – es war soweit. Endlich brach ich auf zu meiner neuen Reise, zu meinem neuen Abenteuer in Madrid. In der Hauptstadt Spaniens wollte ich diesen Sommer ein Praktikum machen, weil ich ja seit Oktober letzten Jahres eifrig Spanisch an der Uni lernte.

Eine neue Fremdsprache

Zugegebenermassen, acht Monate eine Sprache zu lernen ist nicht viel. Man kann sich vielleicht in einem Restaurant einen Hamburger bestellen oder auf der Straße nach dem Weg fragen. Aber geht es denn auch in einem fremden Land mit fremder Sprache ein Praktikum zu machen? Ich zumindest wollte das Gegenteil von der so häufigen Meinung beweisen.

Verwirrung im Irrgarten der Sprache

Als dann endlich in Madrid mein Praktikum begann, hätten die Leute auch ebenso gut Chinesisch mit mir reden können. Auch wenn man keine „Tomaten auf den Ohren“ hat, so präsentieren sich die Anfänge in einer neuen Fremdsprache immer schwer. Wer hier hofft, mit Englisch weiterzukommen, hat weit gefehlt. Englisch ist hier nicht gang und gäbe!

Not macht erfinderisch – auch wenn es um Fremdsprachen geht

Doch genau dies – der Zwang, eine Sprache sprechen zu müssen, – ist notwendig, um sie zu lernen. Wenn ich im Alltag überleben wollte, musste ich Spanisch sprechen, auch wenn meine Satzbasteleien so manche grammatikalischen Fehler enthielten. Wusste ich ein Wort nicht, so hatte ich keine Hemmungen, mich meiner Füsse und Hände zu behelfen, um ansatzweise etwas andeuten zu können. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich auch manchmal zum Affen zu machen.

Wie eine Sprache ein Fenster öffnet

Was mich vor allem überrascht hat, waren die Geduld der Spanier und deren Bereitschaft, mir zu zuhören, mich zu verbessern und mir zu helfen. Mein Aufenthalt in Madrid war anfangs hart, lag es doch daran, dass meine Spanischkenntnisse wohl sehr gering waren. Die Offenheit der Spanier, die Bereitschaft und Offenheit meiner neu gewonnen Freunde und Bekannten, gaben mir Mut und Zuversicht, das auszusprechen, was ich wollte, auch wenn das wohl manchmal etwas sehr zaghaft von statten ging.

Wenig Aufwand, großer Effekt

Nie hätte ich gedacht, dass selbst solche wenigen Sprachkenntnisse, wie ich sie damals vor drei Monaten hatte, mir die Türen zu einer anderen Welt öffnen würden. Zu einer Welt, die halb verträumt ist, andere Werte pflegt, und sich noch nicht ganz wie das restliche Europa dem angelsächsischen Raum zugewendet hat.

Der beste Sommer meines Lebens

Nie hätte ich gedacht, dass ich selbst mit derart wenigen Sprachkenntnissen, mich derart gut in eine fremde Kultur integrieren kann, dass mich Menschen und Freunde so akzeptieren wie ich bin. Ich darf von diesem Aufenthalt in Spanien zu Recht sagen, dass es der beste Sommer meines Lebens war. Voller Wärme und Gastfreundlichkeit. Mein Aufenthalt hat mir gezeigt, dass dir andere Menschen – seien es auch Menschen anderer Kulturen – immer eine Chance geben, auch wenn du nicht ihre Sprache fließend spricht.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg

Die Voraussetzung ist der Wille; Wille, dich zu integrieren, ihre Sprache und Kultur zu lernen und zu verstehen. Zeigst du Willen und Bereitschaft, dich auf eine andere Mentalität einzulassen und sie aufzugreifen, werden dir die Menschen eines ihrer höchsten Güter schenken: ihren Respekt. Mit deutscher Verbissenheit kommt man da nicht weit. Wohl besonders mit Stolz hat es mich erfüllt, als mir eine Arbeitskollegin sagte, dass ich wohl schon spanischer sei als so manche Spanierin, dass sie mit mir eine Deutsche kennengelernt habe, die jeden Tag ein Stück spanischer werden würde.
Auf diese Weise hat sich Spanisch in mein Mosaik eingegliedert; in mein Mosaik der Fremdsprachen, Auslandserfahrungen, eigenen Herausforderungen und der Menschenkenntnis – eine wahrhafte Bereicherung für meinen „persönlichen Irrgarten der Sprache“.

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Über Kathrin

passionierte Liebhaberin der Sprache und ihrer Mythen
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4 Antworten zu Von Toreros und Tapas – wie auch ich mich im Irrgarten der Sprache verirrt habe

  1. Corinna schreibt:

    Es freut mich sehr, dass Du Deinen Sommer in Madrid genossen hast und ich hoffe, dass Du auch bei uns im Praktikum viel lernen konntest 😉

  2. ESPAÑOLO schreibt:

    Spain is diferent!!!

    We enjoyed a lot whith your crazy sounds and I am proud that you enjoyed in my countrie, which is yours too.

    Be back always you want!

    Kisses!

    • Kathrin schreibt:

      Españoloooooooooooooooooooooo,
      my very dear Españoloooo,

      thanks a lot for registering for my automatic articles via e-mail. 🙂 so, finally I deciced to write back to you in English.
      By the way, I put my text about Spain (Toreos y Tapas) into Google Translate and skimmed through it. The translation wasn’t as bad as I had thought before. At least, I think, some important parts were understandable to you!

      I started reading „the Alquimista“ and although the first pages merely deal with a shepheard, Kathy de las cabras somehow feels affected, as sheep and goats are all animals on the pasture. jajajaj… but, nevertheless, I really enjoy myself reading the book actively and learning from the language by analysing every page. To me, the content seems secondary, as I want to improve in terms of the language. However, the content and lingustic form should draw a bow and be harmonic.
      However, there’s one thing about that I’m wondering: „respondióle“? -> is that an ancient form or a poetic way of writing.
      I’m gonna wright you an e-mail later and tell you more about what I’ve been up to the last day.
      Hugs and Kisses from Germany.
      Kathy de las Cabras 🙂

  3. Nora schreibt:

    Ach es ist so schön zu lesen, dass du dich in Spanien so wohl gefühlt hast 🙂 Trotz allem wars schön dich heute mal in München zu sehen 😉

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